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Das Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie bietet die Möglichkeit, ein Tertial dieses Praktischen Jahres in der Transfusionsmedizin als klinisch-praktischem Fachgebiet abzuleisten. Im Folgenden sollen einige kurze Informationen hierzu gegeben werden:
Allgemeines
Die PJ-Ausbildung im Fachgebiet Transfusionsmedizin unterscheidet sich von der Ausbildung in den meisten anderen Fächern relativ deutlich. Zum einen stellen die rein manuellen Tätigkeiten, die man erlernen kann (z.B. die manuelle Durchführung von Blutgruppenbestimmungen oder von therapeutischen Apheresen), nur den kleineren Teil der Ausbildung dar. Der Schwerpunkt basiert auf dem Erwerb von sog. „praktischem Wissen“. Man erlernt beispielsweise, wie man bei Patienten erythrozytäre Antikörper differenziert, was man tut, wenn man Patienten mit solchen Antikörpern transfundieren muss, welche Blutkonserven man für bestimmte Notfallpatienten bereitstellt usw. Daher ist es auch günstig, die Transfusionsmedizin nicht im ersten oder zweiten Tertial zu absolvieren, sondern am Ende der PJ-Ausbildung. Man sollte bereits über eine gewisse „klinische Erfahrung“ verfügen, um verstehen zu können, warum, wann und was in der Transfusionsmedizin passiert.
In summa gilt (wie in allen Fächern): man lernt nur dann etwas, wenn einen das Fachgebiet wirklich interessiert. Dann kann die Transfusionsmedizin – so sehen zumindest wir Transfusionsmediziner das – lehrreich und faszinierend sein.
Anmeldung
Die Anmeldung erfolgt beim Dekanat der Medizinischen Fakultät bis spätestens 10. Januar bzw. 10. Juni eines jeden Jahres. Es wird jedoch empfohlen, sich zusätzlich kurz beim Direktor des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie, Herrn Prof. Dr. Böck, am besten telefonisch (Tel. 0931/201-31301) oder via E-Mail zu melden, so dass man frühzeitig die wichtigsten Details besprechen kann. Je früher diese Kontaktaufnahme erfolgt, umso besser.
Arbeitszeiten
Die Arbeitszeiten richten sich nach den Arbeitszeiten der Ärzte des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie und entsprechen im Wesentlichen den Blutspendezeiten. Abweichungen sind – je nach den aktuellen Erfordernissen und dem Arbeitsplatz, an dem man gerade eingeteilt ist – nicht auszuschließen. Bereitschaftsdienst an Wochenenden und Feiertagen oder Nachtdienst findet nicht statt. Eine Teilnahme an der ärztlichen Rufbereitschaft des Instituts ist auf freiwilliger Basis möglich, aber nicht verpflichtend. Die Teilnahme an den regelmäßigen Besprechungen des Instituts wird erwartet.
Arbeitsplätze
Die Ausbildung erfolgt jeweils ca. 8 Wochen im Blutspende- und Therapiebereich (Haus D12) sowie im Blutdepot und im immunhämatologischen Labor (ZOM) des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie. Geringgradige zeitliche Verschiebungen zugunsten des einen oder anderen Bereiches sind je nach Erfordernissen des Instituts und Neigung des PJ-Studenten durchaus möglich.
Die Tätigkeiten im Blutspende- und Therapiebereich bestehen vorwiegend in der Teilnahme an der ärztlichen Betreuung der Vollblut-, Plasma- und Thrombozytenspende, aber auch in der Behandlung autologer und allogener Stammzellspender. Hierzu gehört auch die Aufarbeitung und Modifikation der gewonnen Präparate entsprechend den Erfordernissen der jeweiligen Patienten. Darüber hinaus ist die Mithilfe bei therapeutischen Aphereseverfahren Aufgabe der PJ-Studenten, z.B. bei Plasmapheresen, Immunabsorptionen oder Zytapheresen vor allem bei neurologischen oder hämatologischen Patienten.
Im Blutdepot und im immunhämatologischen Labor ist die Mitarbeit bei Blutgruppenbestimmungen, Antikörperdifferenzierungen, Abklärungen von immunhämolytischen Anämien und weiterer immunhämatologischer Diagnostik Teil der Ausbildung im Praktischen Jahr. Darüber hinaus sollten die PJ-Studenten die wesentlichen Grundlagen der klinischen Anwendung von Blutkomponenten kennen lernen, insbesondere die jeweiligen Indikationen, Kontraindikationen und das Notfallmanagement.
Weitere Tätigkeitsbereiche der PJ-Studenten können im Kapitel „Aufgaben des Instituts“ auf dieser Internetseite nachgelesen werden.
Lernziele
Die PJ-Studenten sollten in den 16 Wochen der Ausbildung in dem Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie grundlegende Kenntnisse und Erfahrungen erwerben in
- den unterschiedlichen Verfahren der Blutspende und Herstellung von Blutkomponenten incl. autologer und allogener Stammzelltransplantate
- den Eigenschaften, Indikationen und Nebenwirkungen der unterschiedlichen Blutkomponenten
- den Indikationen, Kontraindikationen und Komplikationen der therapeutischen Aphereseverfahren (z.B. Plasmapherese, Zytapheresen, Immunabsorptionen)
- der immunhämatologischen Labordiagnostik (z.B. Blutgruppenbestimmungen, Antikörperdifferenzierungen, Kreuzproben)
- der Patienten-bezogenen Auswahl von kompatiblen Blutkomponenten
- der Führung eines Blutdepots inclusive der Notfall-Logistik
- den Maßnahmen der Qualitätssicherung
- den gesetzlichen Vorschriften, Richtlinien und Leitlinien in der Hämotherapie
Leistungskatalog
Am Ende der 16-wöchigen Ausbildung sollten die PJ-Studenten folgende Tätigkeiten unter Anleitung bzw. Aufsicht selbst durchgeführt bzw. dabei assistiert haben:
- Anamnese, körperliche Untersuchung und Beurteilung der Spendetauglichkeit bei jeweils 20 Vollblutspenden, präparativen Thrombozytapheresen und Plasmapheresen
- Anamnese, körperliche Untersuchung, Beurteilung der Apheresetauglichkeit und Assistenz bei mindestens 10 Stammzellapheresen
- Anamnese, körperliche Untersuchung, Beurteilung der Apheresetauglichkeit und Assistenz bei mindestens 10 therapeutischen Apheresen
- Assistenz bei der Kryokonservierung von mindestens zwei Stammzellkonzentraten
- Separation von 20 Vollblutspenden in Erythrozytenkonzentrate und Plasma
- Kryokonservierung von mindestens 20 Gefrorenen Frischplasmen
- Manuelle Durchführung von mindestens 20 Blutgruppenbestimmungen
- Manuelle Durchführung von mindestens 30 Kreuzproben und 10 Antikörpersuchtesten
- Manuelle Durchführung von mindestens 10 direkten Coombstesten
- Manuelle Durchführung von mindestens 10 Panel-Untersuchungen zur Antikörperdifferenzierung
- Bestrahlung von mindestens 10 Blutkomponenten
- Abklärung von mindestens 3 Transfusionsreaktionen inclusive Erstellung eines Befundberichtes und Meldung an den Pharmazeutischen Unternehmer bzw. die zuständigen Behörden
- Erstellen von mindestens 10 Befundberichten (z.B. Arztbriefen) über erythrozytäre Antikörper incl. der Beurteilung deren klinischer Relevanz
Ausbildungsgespräche
In der Regel findet einmal wöchentlich ein sog. Ausbildungsgespräch statt. Hierfür erhält der/die Student/in jeweils eine Woche vorher ein transfusionsmedizinisches Thema, auf das er/sie sich anhand der Internet-Vorlesung des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie bzw. anderer Unterlagen vorbereiten sollte. Beim Ausbildungsgespräch referiert der/die Student/in dann in knapper Form über das Thema, anschließend werden bestehende Fragen und Probleme diskutiert. Die Dauer des Gespräches sollte maximal 30 Minuten betragen.
Die Ausbildungsgespräche sollen keinesfalls der Überprüfung von Fachwissen des/der Studenten/in durch den Dozenten dienen; ihr Zweck ist einzig und allein die theoretische Vertiefung von bei der täglichen Arbeit erworbenem praktischem Wissen.
Weitere Informationen
Für weitere Informationen zum Praktischen Jahr in der Transfusionsmedizin wenden Sie sich bitte direkt an das Sekretariat des Direktors des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie (Tel. 0931/201-31301). Dort hilft man Ihnen gerne weiter.
Falls Sie die Approbationsordnung für Ärzte oder die Studienordnung für den Studiengang Medizin an der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität Würzburg im Details einsehen oder sich über andere Fragen zum Medizinstudium informieren wollen, verweisen wir auf die





